11.11.2017 - SC Goldau : FC Wangen 6:3 (2:2)

Sieger war schlussendlich der Zufall

In der Schlammschlacht beim Tierpark Goldau siegten die Gastgeber gegen Wangen um mindestens zwei Tore zu hoch.

VON EDGAR STRAUMANN

Das nackte Schlussresultat von 6:3 liesse erahnen, dass das Qualifikationsspiel im Schweizer Cup 2. Liga interregional eine einseitige Angelegenheit war. Doch das war absolut nicht der Fall. Obschon die Zentralschweizer als souveräne Tabellenführer der Gruppe 4 als Favoriten in diese Partie stiegen, konnten sie sich erst absetzten, als das Spielfeld mit zunehmender Dauer einem Wasser überfluteten Acker glich und nur noch der Zufall Regie führte. Es ist überhaupt keine Frage, unter solch irregulären Platzverhältnissen hätte kein Fussballspiel ausgetragen werden dürfen. Dieser Meinung war auch Wangens Aussenverteidiger Rouven Corti, der dies nicht als Ausrede für die Niederlage verstanden haben wollte, sondern ganz einfach die Irregularität bestätigte. Die zuvor ins Auge gefasste Verlegung des Spieles auf den Kunstrasenplatz von Ibach wäre wohl die vernünftigere und einzig richtige Lösung gewesen.

Trotz allem wurde versucht, zum Abschluss vor der Winterpause nochmals vernünftigen Fussball zu spielen. Das gelang während den ersten zwanzig Minuten, so lange es die Platzverhältnisse noch zuliessen, gar nicht schlecht. Dabei durften die Besucher feststellen, dass sie sich überhaupt nicht zu verstecken brauchten und den Gastgebern zumindest ebenbürtig waren, ja sogar die feinere Klinge führten.

Doch bald änderte sich, bei immer stärker werdendem Regen, die Situation zusehends. In der 26. Spielminute konnte Torhüter André Grob, der diesmal von Trainer Jun Castro das Vertrauen erhielt, einen vom Captain der Goldauer, Konrad Huser,  getretenen Freistoss sicher behändigen. Doch nur zwei Zeigerumdrehungen später schlug es bei ihm doch ein. Michael Keller traf im Anschluss an einen Eckball im Nachschuss zur 1:0 Führung. Der Torjubel war noch nicht verhalt, hiess es bereits 1:1. Felipe Giacomini riskierte einen Distanzschuss, der tief am Pfosten vorbei im Netz der Einheimischen landete. Ja es kam für die Wangner noch besser. Nur zwei Minuten später blieb Sandro Husi gegen seine Widersacher siegreich und bezwang Kevin Dudle mit einem Schuss ins hohe Eck. Der Goldauer Torhüter, der im bisherigen Verlauf der Meisterschaft im Durchschnitt weniger als ein Tor kassierte, musste sich bereits zum zweiten Mal bücken.

Der muntere Torreigen ging weiter. Die Tücken der zunehmend schwieriger werdenden Verhältnisse nützte Simon Schmid zu seinen Gunsten aus, hatte er doch bei seinem Abschlussversuch die grössere Wasserverdrängung. Der Spielstand von 2:2 zur Pause liess noch alle Möglichkeiten offen  Offen blieb auch noch die Frage, ob die Partie überhaupt zu Ende gespielt werden könnte?

Es wurde weiter gespielt, gespielt, soweit es die Tücken zuliessen. Ein vermeidbarer Abwehrfehler der Wangner führte in der 51. Minute zur 3:2 Führung der Gastgeber. Doch auch diese hielt wiederum nur eine Minute, führte doch ein Strafstoss, welcher von Felipe Giacomini sicher verwandelt wurde, zum 3:3 Zwischenstand. Beide Teams mühten sich in der Folge ab, ein weiteres Tor zu erzielen, um ja nicht in eine Verlängerung gehen zu müssen. Dieses Vorhaben gelang Michael Keller, der mit seinem Vorstoss über links André Grob keine Abwehrchance liess. Die Wangner unternahmen alles, dem Spiel erneut eine Wende zu geben und entblössten dabei die Abwehr. Schade dann, dass in der 80. Minute der fünfte Treffer der Goldauer aus einer klaren Abseitsposition heraus entstand, was gleichzeitig auch die Vorentscheidung bedeutete. Der sechste und letzte Treffer war nur noch Zugabe und eine weiteres Zufallsprodukt.

Das Ausscheiden aus dem Cup Wettbewerb ist für die Wangner nichts Neues, gelang doch dem Club in diesem Wettbewerb in den letzten Jahren nie mehr ein Erfolg. Nun aber beginnt die verdiente Winterpause. Verdient deshalb, weil sich das Team von Trainer Juan Castro in der Meisterschaft zuletzt erfolgreich zu steigern vermochte. Das dünne Kader, das sicherlich die Rückrunde im Frühling mit Verstärkung aufnehmen wird, ist nach Anlaufschwierigkeiten zu einer verschworenen Einheit zusammen gewachsen. Wenn dort angeknüpft werden kann, wie nun die Vorrunde beendet wurde, dürfte der Blick schnell einmal nach vorne gerichtet werden um mit positiven Resultaten den Fans Freude zu bereiten.

Match-Telegramm

SC Goldau – FC Wangen 6:3 (2:2)

Tierpark, - 250 Zuschauer, - SR: Risi

Tore: 28. Keller 1:0, 29. Giacomini 1:1, 31. Husi 1:2, S. Schmid 2:2, 51. Keller 3:2, 52. Giacomini 3:3 (Foulpenalty), 68. Keller 4:3, 80. Konrad Huser 5:3, 87. Beeler 6:3

Goldau: Dudle; Büeler, Spichtig, Sommaruga, Zeka (59. Camendzind); Christen, Konrad Huser, Simoni, Keller; S. Schmid, Zeno Huser (81. Beeler)

Wangen: Grob; Corti, Hubeli, Harambasic, Schwaller; Giacomini, N. Schmid, Strub, Ferrari; Cuinjinca, Husi

Bemerkungen: Goldau ohne Marini, Mettler, Dominik Simoni und Jozef Simoni. Wangen ohne Zeqiri (verletzt) und Daka (Familie)

Verwarnungen: 37. Cuinjinca (Foul), 52, Husi (Foul), 55. Ferrari (Reklamieren)

Cornerverhältnis: 5:5

Adresse

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  • Postfach 68
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