20.08.2017 - FC Wangen - SC Schöftland 0:3

Wangen muss Lehrgeld zahlen und verliert 0:3 gegen Schöftland

Nach dem Startsieg gegen Rothrist verliert der FC Wangen das erste Heimspiel der Saison deutlich. Zu Hause gegen Schöftland kassierten die Wangner eine 0:3-Niederlage.

von Raphael Wermelinger - Nordwestschweiz

Gleich mit 0:3 unterliegt der Absteiger FC Wangen am zweiten Spieltag der 2. Liga inter dem SC Schöftland. «Das Resultat sieht am Ende klar aus. Sie machten aus drei Chancen drei Tore», ärgerte sich Wangens Trainer Juan Castro. Für ihn war es nach seiner Rückkehr das erste Pflichtspiel auf der Chrüzmatt.

«Wir dominierten die erste Halbzeit, doch sie führten zur Pause mit 1:0. Schöftland hat im Moment einfach auch das Glück auf seiner Seite», verwies Castro auf den 2:0-Startsieg der Aargauer gegen Muri. Auch dort sei Schöftland nicht besser, aber effizienter gewesen.

Beim 0:1 in der 26. Minute gewährten die Wangner ihrem Gegner zuerst zu viel Platz zum Flanken. In der Gefahrenzone wurde dann Barile nicht eng genug markiert, und dieser verlängerte die Hereingabe mit dem Hinterkopf zur Führung für die Gäste. «Ein dummes und definitiv nicht zwingendes Gegentor», kommentierte Castro. Seine Elf hatte in der 19. Minute die beste Offensivaktion der ersten Halbzeit. Douglas konnte nach Vorlage von Husi für einmal mit Tempo in den Strafraum eindringen, der Abschluss war aber schwach und unpräzise.

Kontinuität heisst das Rezept

«Unsere erste Halbzeit war nicht gut», sagte Schöftland-Trainer Jürg Widmer nach dem Spiel. «Wangen ging auf ‹Tutti› und hat früh gepresst. Wir waren noch zu wenig ruhig am Ball. Die zweite Hälfte war besser.» Die Gäste verzeichneten nach dem Seitenwechsel deutlich mehr Ballbesitz und liessen das Leder nun gefällig zirkulieren.

Nach etwas mehr einer Stunde fiel die Entscheidung: SCF-Angreifer Kral wurde steil lanciert und schoss überlegt an Wangen-Torhüter Häfliger vorbei. «Das war der K.-o.-Schlag für uns», so Castro. «Wir leiteten ihn mit einem Fehlpass selber ein. Solche Fehler werden halt sofort bestraft. Meine jungen Spieler mussten heute zum ersten Mal Lehrgeld bezahlen.»

In der 69. Minute setzte der SC Schöftland, der jetzt der Tabellenführer der Gruppe 5 ist, noch einen drauf. Wieder enteilte der grossgewachsene Stürmer Kral der FCW-Abwehrreihe.

Gut, bis zwanzig Meter vor das Tor

Diesmal legte er mit Übersicht quer und der fünf Minuten vorher eingewechselte Ex-Grenchner Capan sorgte für noch klarere Verhältnisse. Schöftland schlug damit nach Muri auch den zweiten Absteiger aus der 1. Liga. «Der Start hätte nicht besser sein können», bilanzierte Jürg Widmer. Das Erfolgsrezept sei die Kontinuität. Die Mannschaft habe sich in der Sommerpause wiederum kaum verändert. «Nur zwei Spieler sind gegangen. Dafür kamen junge, ehrgeizige Spieler, die die Intensität im Training noch einmal gesteigert haben.»

Mit der Leistung gegen Wangen zeigte er sich indes nicht vollends zufrieden. Sein Team habe noch zu oft klein-klein gespielt. Und die Spritzigkeit habe gefehlt. «Wir sind immer noch in einer Phase mit sehr vielen Trainings», begründete er. Widmer erwartet eine «unglaublich spannende» 2.-Liga-inter-Meisterschaft. «Jeder schlägt jeden. Wir wollen, wenn möglich, vorne dranbleiben.»

Wangen-Trainer Juan Castro machte seinem Team trotz Heimpleite keinen Vorwurf: «Von der Leistung her war es bis jetzt unser bester Match. Ausser auf den letzten zwanzig Metern vor dem Tor.» Seine Mannschaft befinde sich in einem Lernprozess und brauche noch Zeit. «Die Jungs sollen Fehler machen dürfen. Aber was passiert, wenn es zu viele sind, wurde uns von Schöftland klar aufgezeigt.»

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