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1.-Liga-Derby endet mit glücklichem Sieg für den FC Solothurn

von Raphael Wermelinger - Oltner Tagblatt

Ein Last-Minute-Tor erzielt durch Waylon Grosjean beschert dem FC Solothurn einen 3:2-Derbysieg gegen Wangen und den Anschluss an den zweiten Tabellenplatz.

Die favorisierten Solothurner gewannen das Erstliga-Derby gegen Wangen mit viel Dusel. «So wie das Spiel am Schluss gelaufen ist, muss man sicher von einem glücklichen Sieg reden», kommentierte Trainer Hans-Peter Zaugg den 3:2-Sieg. Die entscheidende Szene der Partie: Innenverteidiger Waylon Grosjean stocherte den Ball in der 90. Minute nach einem Eckball über die Linie und avancierte damit zum Mann des Spiels. «Insgesamt war es ein ausgeglichenes Spiel», so Zaugg, «wir wussten, dass es ein schwieriger Match wird. Wangen hat einige gute Einzelspieler und musste unbedingt gewinnen. So kam es auch. Sie haben uns nichts geschenkt.»

«Bidu» Zaugg bemängelte vor allem die Kommunikation seiner Mannschaft: «Wir hatten unnötige Abstimmungsprobleme. Wir müssen mehr reden, um uns besser zu organisieren.» Mit Nastoski und Hasanovic, die beide gesperrt waren, fehlten dem FCS zwei Spieler, die viel kommunizieren, so Zaugg. Dennoch reichte es zum sechsten Dreier aus den letzten sieben Spielen. Weil Baden gegen Sursee Punkte abgab, konnte Solothurn zum Tabellenzweiten aufschliessen. Wahrscheinlich reicht auch der dritte Platz für den Einzug in die Aufstiegsspiele.

In einer Woche empfangen die Solothurner den direkt hinter ihnen rangierten FC Münsingen. «Das wird wieder ein ganz anderes Spiel», blickte Zaugg voraus. «Wangen versuchte mitzuspielen, Münsingen wird es wohl vor allem mit langen Bällen versuchen.» Trotz der durchschnittlichen Leistung im Derby wirkte er überzeugt, dass die Saison für die Solothurner nach den nächsten drei Spielen noch nicht zu Ende ist und der Traum von der Promotion League in Erfüllung geht.
FCW-Coach fühlt sich benachteiligt

Katerstimmung herrschte dagegen auf der Seite der Wangner. «Diese Niederlage war absolut unverdient», ärgerte sich Trainer André Fimian. «Man konnte nicht sehen, wer in der Tabelle vorne ist. Wir spielten, sie wehrten sich und hatten fast keine Torchancen.» Schuld an der Niederlage war laut Fimian auch der Schiedsrichter: «Wir bekamen in der Mitte der zweiten Halbzeit einen glasklaren Elfmeter nicht. Und vor dem dritten Gegentor gabs ein klares Handspiel.»

Bitter für die Wangner: In der 88. Minute vergab Gjidoda auf Pass von Xhema das 3:2 für das Heimteam. Der Ball landete am Pfosten. «Diese Möglichkeiten muss man dann natürlich auch ausnutzen. Schade, wir waren klar die bessere Mannschaft, vor allem in der zweiten Halbzeit.» Aber die Wangner mussten zweimal einem Rückstand hinterherrennen. In der 25. Minute brachte Bisevac Solothurn in Front.

«Wie die Jungfrau zum Kind», war Fimians Kommentar. Tastsächlich war es die erste richtige Torchance der Partie. Auch vom FC Wangen war bis zu diesem Zeitpunkt noch sehr wenig Offensivdrang zu sehen. So kam denn auch der Ausgleich drei Minuten nach dem 0:1 aus dem Nichts: Ein langer Ball auf Gyorgiev, der seinen Gegenspieler überlief und gleich noch den etwas unmotiviert herauslaufenden FCS-Goalie Grosjean düpierte.
Solothurn mit Wembley-Tor

In der Folge war Wangen dem zweiten Treffer näher. Churlinov vergab in der 35. Minute per Kopf und in der 37. auch mit dem Fuss. Doch auch die Gäste meldeten sich vor der Pause noch einmal zu Worte. Dembélé traf mit seinem Kopfball nur den Pfosten. Mit dem nächsten Schuss an die Torumrandung lancierten die Solothurner die zweite Halbzeit. Keine drei Minuten waren gespielt, als Schrittwiesers abgelenkter Ball via Lattenunterkante auf, vor oder hinter die Linie fiel. Gebannte Gesichter im Publikum; nach kurzem Zögern entschied Schiedsrichter Carrard auf Tor. «Gesehen habe ich es von meiner Position aus natürlich nicht. Aber es passt halt dazu, dass auch hier gegen uns entschieden wurde», so Wangen-Trainer Fimian. Sein Team konnte in der 69. Minute noch einmal reagieren. Nach einem Vorstoss durch die Mitte bediente Verteidiger Milushev Churlinov. Der Mazedonier traf aus der Drehung zum zwischenzeitlichen 2:2.
Wangen muss dreckig gewinnen

Obwohl es trotzdem nicht zum Punktgewinn reichte, machte André Fimian den Spielern keine Vorwürfe. Sein Team habe Moral gezeigt, nach den Gegentoren ruhig weiter gespielt und sich viele Chancen erarbeitet. «Wir zeigten, was wir spielerisch draufhaben. Aber vielleicht sollten wir lieber dreckig spielen und dafür gewinnen.» Wangen ist aktuell Tabellenzehnter mit einem Vorsprung von drei Punkten auf die Abstiegsplätze. Sursee (13.) auswärts, Zug (12.) daheim und die Reserven des FC Luzern (1.) auswärts — dies das Schlussprogramm der Wangner. «Die nächsten zwei Spiele sind sicher ganz kapitale Begegnungen für uns», setzt Fimian seine Mannschaft unter Zugzwang, «beide Gegner haben wie wir das Messer am Hals.»

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