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Sursee hat die besseren Nerven – der FC Wangen verliert kapitalen Match im Strichkampf

von Edgar Straumann - Nordwestschweiz

Der FC Wangen verliert im Stadion Schlottermilch das Sechspunktespiel im Strichkampf mit 1:2 gegen den FC Sursee. Doch die Hoffnung auf den Ligaerhalt stirbt bekanntlich zuletzt.

Es war ein sogenanntes Sechspunktespiel im Strichkampf zwischen dem FC Sursee und dem FC Wangen. Kein Wunder, dass bei dieser Ausgangslage die Nerven einen entscheidenden Faktor spielen würden. Andy Grüter, ein ehemaliger Wangner Spieler und nun Trainer von Sursee, meinte zwar vor dem Spiel, dass die Gäste mit ihren drei Punkten Vorsprung auf seine Team im Vorteil liegen würden.

Doch wenn man bedenkt, was er mit seiner Mannschaft in der Rückrunde erreicht hat, konnte erahnt werden, dass diese Aussage eher gegenteilig sein könnte. Nach 14 Spielen lag der FC Sursee mit sieben Punkten abgeschlagen am Tabellenende und sah wir der sichere Absteiger aus.

Und nun haben die Luzerner mit ihren Heimsieg im 24. Spiel und den 23 Punkten den FC Wangen auf einen Abstiegsplatz verwiesen. Erfolg kann bekanntlich beflügeln wie bei Sursee, Misserfolge hingegen eher eine lähmende Wirkung auslösen, so beim FC Wangen.

Erfolgsrezept: Abwarten

Zwar sah der FC Wangen rein spielerisch gesehen bestimmt nicht schlechter aus. Aber eben, die Besucher mussten auch in dieser Partie die Erfahrung machen, mit dem Druck des Siegenmüssen, eine Zusatzlast mitzuschleppen.

Die Gastgeber wandten während der ersten halben Stunde ihr Erfolgsrezept an, das auch diesmal nichts anderes hiess als abwarten, hinten sicher stehen und den Gegner vorerst mal kommen und auch gewähren lassen.

So erspielten sich die Gäste eine klare Feldüberlegenheit, ohne aber zu klaren oder zwingenden Torchancen zu kommen. Einzige Ausnahme war ein Vorstoss von Aussenverteidiger Kaltrim Osaj, der mit seinem Schuss den gegnerischen Katen nur knapp verfehlte.

Aus dem Schneckenhaus

Als nach genau 30 Minuten Spielzeit Jordan Otomo auf der rechten Seite einen Spurt hinlegte und den Ball genau ans Lattenkreuz zirkelte, damit die bis anhin durchaus mögliche Gästeführung und den Spielverlauf entsprechend nicht unverdiente Führung verpasst hatte, kamen die Einheimischen aus ihrem Schneckenhaus heraus. Gleich mit ihrem ersten eigentlichen Angriff hatten sie Erfolg.

Im Anschluss an einen Foulfreistoss, sechs Meter ausserhalb des Wangner Strafraumes, konnte Philippe Kronenberg den Ball aus einem Getümmel heraus ins Wangner Tor spedieren. Die Platzherren hatten ihr erstes Ziel erreicht und konnten sich wieder auf ihre Stärke, die Defensive, beschränken. Doch mit ihren Konterangriffen waren sie jederzeit bereit, das Score zu erhöhen, wobei Marco Häfliger bei diesen Attacken stets Herr der Lage war.
Ratlosigkeit bei Wangen

Nach dem Seitenwechsel wickelte sich das Geschehen erneut mehrheitlich in der Platzhälfte der Gastgeber ab. Doch die Wangner bissen sich an der gut organisierten Abwehr immer und immer wieder die Zähne aus. Distanzschüsse zeugten von einer gewissen Ratlosigkeit. Auch die Versuche, über die Aussenbahnen zum Erfolg zu kommen, scheiterten mit ungenauen, meist zu weiten Hereingaben.

Als nach mehr als einer Stunde Spielzeit die Besucher immer noch ihrem Rückstand nachliefen, reagierte Bejtush Rrustolli, indem er auf eine Dreimannverteidigung umstellte und anstelle des mit einer Verwarnung vorbelasteten Triton Tahiri Hasan Ates als zusätzliche Offensivkraft aufs Feld schickte.
Offener Schlagabtausch

Die Umstellung schien sich auszuzahlen. Denn endlich, in der 74. Minute klappte es für einmal. Nach einem gut vorgetragenen Angriff kam der Ball zu Patrik Gjidoda, der sicher zum Ausgleich einschoss. Jetzt plötzlich waren die Einheimischen mit dem Resultat nicht mehr zufrieden und zeigten, dass auch sie durchaus in der Lage waren, Angriffsfussball zu demonstrieren.

Was nun folgte war ein offener Schlagabtausch mit dem besseren Ende für jenes Team mit den stärkeren Nerven. Lazar Lukic sah, ausserhalb des Strafraumes stehend, eine Lücke und nützte diese mit einem platzierten Schuss in die tiefe Ecke zum alles entscheidenden Führungstor aus.
Es bleibt ein Funken Hoffnung

Die Spieler des FC Wangen verliess mit hängenden Köpfen als Verlierer das Spielfeld. Auch die Trainerrochade konnte einen weiteren Tiefschlag nicht verhindern. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Noch besteht ein Funken Hoffnung auf den Ligaerhalt, doch mit dem Messer oder dem Wasser am Hals wird es sehr schwierig werden, in den beiden letzten Spielen den Kopf noch aus der Schlinge zu ziehen.

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