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Juan Castro wechselt vom FC Olten zum Ligakonkurrenten Wangen.

Der 1. Liga-Absteiger FC Wangen sorgt für Wirbel in der Fussball-Region: Ausgerechnet Juan Castro, der den FC Olten in dieser Saison in der 2. Liga inter zum Klassenerhalt geführt hat, wird neuer Trainer auf der Chrüzmatt in Wangen.

von Raphael Wermelinger — Oltner Tagblatt

Vor zwei Monaten gaben der FC Olten und Trainer Juan Castro bekannt, dass sie ihre Zusammenarbeit in der kommenden Saison fortsetzen werden. Nun die überraschende Trendwende: Der FC Wangen stand nach dem Abstieg aus der 1. Liga vor zwei Wochen ohne Trainer da und bediente sich ausgerechnet beim Nachbarn und nächstjährigen Ligakonkurrenten Olten.

«Nach dem Abstieg steht bei uns ein grosser Umbruch an», erklärt Wangens Sportchef Günay Sengül. «Diesen wollen wir mit eigenen Leuten vollziehen. Juan Castro ist ein Ur-Wangner. Deshalb ist der Vorstand einstimmig zum Entschluss gekommen, dass er der richtige Trainer ist für den Neuanfang. Er kennt das Umfeld des Klubs und die ganze Fussball-Region sehr gut. Für ihn ist es ein Schritt zurück zu den Wurzeln.» Dass der Konkurrent Olten damit in die Bredouille gerät, sei keine böse Absicht vonseiten der Wangner, hält Sengül fest: «Er war unser Wunschkandidat. So läufts halt im Fussball. Zuerst muss jeder Verein für sich schauen.»

Freistellung als Reaktion

Der FC Olten, der in der 2. Liga inter aktuell auf dem siebten Platz klassiert ist, hat sofort reagiert: Juan Castro wurde unmittelbar nach der Verkündung seines Entscheids freigestellt. Für die letzten zwei Meisterschaftsspiele wird der bisherige Assistenztrainer Dario Liberto das Kommando beim FC Olten übernehmen. «Nachdem Juan Castro den Vorstand und die Mannschaft über seinen Abgang informiert hatte, wollte er die Saison eigentlich bei uns beenden», schildert Claudio Richard, der Präsident des FC Olten. «Das wollten wir aber nicht mitmachen, das hätte definitiv nicht funktioniert.»

Richard zeigte sich enttäuscht über den Abgang Castros. «Wenn einer zwölf Tage vor dem Meisterschaftsende geht, muss ich nicht mehr viel dazu sagen», so Richard. «Für mich ist vor allem nicht nachvollziehbar, dass er in die gleiche Liga wechselt. Wäre er zu einem 1. Liga-Klub gegangen, hätte ich es noch eher verstanden.» Somit muss der FC Olten bei der Planung für die nächste Saison wieder von vorne beginnen. Die Suche nach dem neuen Trainer ist laut Richard indes schon weit fortgeschritten: «Ich bin zuversichtlich, dass der Vertrag noch diese Woche unterschrieben wird.»

Zurück zum Jugendverein

Und wie rechtfertigt Juan Castro selbst seinen Wechsel von Olten nach Wangen? «Es ist eine Herzensangelegenheit für mich. Ich will meinem Jugendverein beim Umbruch helfen.» Castro startete beim FC Wangen als 5-Jähriger seine Spielerkarriere, vor drei Jahren war er noch Sportchef auf der Chrüzmatt.

Dass der 38-Jährige nun das Fanionteam übernehmen kann, sieht er als Chance: «Einige Leute, mit denen ich mich früher nicht gut verstanden habe, sind nicht mehr beim FC Wangen. Ich hoffe, dass ich jetzt meine Philosophie einbringen kann, was ich schon früher versucht habe, aber leider vergeblich.»

Über den FC Olten könne er rückblickend nichts Negatives sagen, so Castro: «Ich hatte ein tolles Jahr beim FC Olten und bin dem Vorstand und der Mannschaft sehr dankbar. Es war ein schwieriger Entscheid, doch ich musste auf mein Herz hören.»

Adresse

  • FC Wangen bei Olten
  • Postfach 68
  • 4612 Wangen bei Olten

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